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SYKER KURIER


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REGIONALE RUNDSCHAU - TAGESZEITUNG FÜR SYKE - BASSUM - BRUCHHAUSEN - VILSEN UND DIE BENACHBARTEN ORTSCHAFTEN IM LANDKREIS DIEPHOLZ


Bezirksteil Freitag, 25. April 2003 Ausgabe Nr. 96

Raus aus dem Alltag und rein ins Internet


Rollstuhlfahrer Michael Mühlefeld lernt seine Wahl-Heimat Syke auf ungewöhnliche Art kennen - per Mausklick


Von unserer Mitarbeiterin
Renate Schörken

Syke. Wenn Michael Mühlefeld durch Syke bummelt, ist das eine Sache von Augenblicken. Ganz flink hat er die schönsten Plätze der kleinen Stadt erreicht, schwärmt von grünen Wäldern, der majestätischen Christuskirche, den heimeligen Grünanlagen am Mühlenteich, dem historischen Kreishaus oder der gemütlichen Fußgängerzone. Denn Michael Mühlefeld ist nicht auf Schusters Rappen
unterwegs, er schickt seine Maus auf den Stadtbummel - immer kreuz und quer über den Monitor.

,Das ist meine Art, Syke kennen zu lernen', lächelt der 56-Jährige. Michael Mühlefeld sitzt im Rollstuhl. Seit drei Jahrzehnten gehorcht ihm sein Körper nicht mehr. Er leidet an Syringomyelie, einer immer noch nicht ganz erforschten seltenen neurologischen Krankheit, die als Zyste im Rückenmark beschrieben wird.

Druck auf die Nervenbahnen

Durch den Druck auf die Nervenbahnen
des Rückenmarks entstehen neurologische Ausfallerscheinungen bis hin zu schweren Lähmungen. Die Krankheit ist nicht heilbar,
wohl aber in ihrer Schwere beeinflussbar.

Seit 1999 lebt der gelernte Mechaniker aus Hannover mit Ehefrau Birgit in einer betreuten Wohneinrichtung in Syke. Birgit Mühlefeld leidet an Multipler Sklerose. Die beiden Menschen haben sich erst vor ein paar Jahren in einer Klinik gefunden. "Wir meistern unser Leben und sind glücklich", versichert Mühlefeld und nennt auch gleich den richtigen Weg: "Kranke sollen sich nicht verkriechen. Sie sollen herauskommen und ihr Leben genießen. "

Michael Mühlefeld erzählt nicht nur eine Mut-mach-Geschichte. Er lebt sie auch gemeinsam mit seiner Frau. Trotz ihrer beider Handikaps, trotz Schmerzen und verzweifelter Krisen rät er: Raus aus dem Alltag, Ablenkung suchen, mehr Selbstbestätigung erfahren.

Der Wahl-Syker hat eine Ablenkung auf dem interaktiven Weg gefunden: Seit gut zwei Jahren gestaltet er eine eigene Homepage im Internet (www.muehlefeld.de),(www.muehlefeld.com) auf der er sich über den Selbsthilfering "Syrix" ausführlich der Krankheit widmet, aber auch ganz liebevolle Werbung für seine Wahl- Heimat Syke betreibt. Außerdem kann man Rezepte nachschlagen und sich mit der Figur Leo in ein dreidimensionales Spiel stürzen.

Ein Link führt zu den offiziellen Syker Seiten, auf denen der Besucher alles Wissenswerte über die Kleinstadt erfahren kann. Schließlich gibt es ein Gästebuch, auf dessen Seiten Michael Mühlefeld nicht nur nette Grüße empfängt, sondern auch vom Leiden anderer erfährt, Kontakle zu Kranken und deren Angehörigen knüpft, Ermutigung erfährt.

Stapelweise Bücher


Schon lange, erinnert sich Mühlefeld, habe er sich für Computer und dann das Internet interessiert. Schließlich hat er es angepackt, sich stapelweise Bücher zugelegt und gelesen, gelesen... "Da habe ich mich richtig reingefuchst und die Seiten dann aus dem Ärmel geschüttelt". Jetzt widmet sich Mühlefeld noch der Feinabstimmung, denkt aber schon über eine Aktualisierung und Erweiterung seiner Seiten nach. Wie wäre es mit ein paar neuen, pfiffigen Rezepten? Der Behinderte wälzt erneut Bücher. "Das lenkt ab. Da mache ich mir keine Gedanken über meine Krankheit" Und schafft Befriedigung. "Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe. "

 
Nachtrag von mir,
muehlefeld.de und muehlefeld.com gibt es nicht mehr
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Michael Mühlefeld lernt Syke über das Internet kennen und schätzen. Foto: Udo Meissner